Andacht 3. So. n. Epiphanias, 16.01.2022, von Diakonin/Prädikantin Sabine Klatt

Alles, was wir tun und empfangen, alles, was wir hören und bitten, alles geschehe in Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes: Seine Gegenwart feiern wir, denn seine schöpferische Wahrheit füllt unsere menschlichen Worte. Sein Kommen in Jesus Christus loben wir, denn seine Liebe trägt unser ganzes Tun. Sein Wirken im Geist preisen wir,  denn seine Weisheit stärkt unsere begrenzten Sinne. Amen

Lied: Lobet den Herren, alle, die ihn ehren (EG 447, 1-2 + 6-7)

Psalm 105

Danke, Gott, für alles, was du uns schenkst! Wir wollen vor dir singen und spielen und erzählen, was du uns getan hast. Unser Herz ist angefüllt voll Freude, denn du wohnst unter uns mit deinem heiligen Namen. Wir suchen nach dir und schauen dein Angesicht. Du hast uns zu deinem Volk erwählt und uns zu deinen Kindern erklärt. Du hast uns Zukunft verheißen und willst uns vor Unrecht und Not bewahren.

Gebet

Gott der Barmherzigkeit, du hast Jesus, deinen Sohn, in die Welt gesandt, damit sein Licht die Dunkelheit vertreibe. Wandle unseren Mangel in Fülle und unsere Klagen in Lobgesang. Das bitten wir durch Jesus Christus. Amen.

1. Kor 2,1-10 (Übersetzung BasisBibel)

Brüder und Schwestern, ich bin damals zu euch gekommen, um euch das Geheimnis Gottes zu verkünden. Ich bin aber nicht mit großartigen Worten oder mit Weisheit aufgetreten. Denn ich hatte beschlossen, bei euch nur über eines zu reden: Ich verkünde euch Jesus Christus, der am Kreuz gestorben ist.

Als schwacher Mensch trat ich vor euch und zitterte innerlich vor Angst. Meine Rede und meine Verkündigung sollten euch nicht durch ihre Weisheit überreden. Vielmehr sollte in ihnen Gottes Geist und Kraft zur Geltung kommen. Denn euer Glaube sollte nicht aus menschlicher Weisheit kommen, sondern aus der Kraft Gottes. Und doch verkünden wir eine Weisheit – und zwar denen, die dafür bereit sind. Es ist eine Weisheit, die nicht aus dieser Welt stammt. Sie kommt auch nicht von den Herrschern unserer Welt, die ja zum Untergang bestimmt sind. Nein, wir verkünden die geheimnisvolle Weisheit Gottes, die bis jetzt verborgen war: Schon vor aller Zeit hatte Gott bestimmt, uns Anteil an seiner Herrlichkeit zu geben. Keiner von den Herrschern unserer Zeit hat diese Weisheit erkannt. Sonst hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. In der Heiligen Schrift heißt es dazu: »Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, worauf kein Mensch jemals gekommen ist – all das hält Gott für die bereit, die ihn lieben.« Uns aber hat Gott dieses Geheimnis durch den Heiligen Geist enthüllt. Denn der Heilige Geist erforscht alles, selbst die unergründlichen Geheimnisse Gottes.

Ansprache

Liebe Leser*innen, wenn jemand Sie fragte, was für Sie das Wichtigste am christlichen Glauben ist, was würden Sie antworten? – Keine Angst, Sie müssen jetzt nicht spontan antworten... Die Antwort des Apostels Paulus im Korintherbrief hier ist: Jesus Christus, der Gekreuzigte, ist das Wichtigste, die Hauptsache des christlichen Glaubens. „Denn ich hatte beschlossen, bei euch nur über eines zu reden: Ich verkünde euch Jesus Christus, der am Kreuz gestorben ist“ schreibt er nach Korinth. Das ist eine knappe, eindeutige Antwort. Noch von Weihnachten und Epiphanias herkommend sagte Martin Luther: „Wir fassen keinen andern Gott als den, der in jenem Menschen ist, der vom Himmel kam. Ich fange bei der Krippe an.“ Wo würden Sie, liebe Leser*innen, anfangen, wenn es um den christlichen Glauben geht: Bei der Krippe – wie Luther – oder beim Kreuz – wie Paulus? Oder würden Sie mit der Auferstehung oder der Schöpfung oder den 10 Geboten anfangen? – Natürlich gehört dies alles zusammen. Es ist heute ja gar nicht so unwahrscheinlich, dass man gefragt wird: Was glaubst Du als Christ eigentlich? Der Nachbar, dessen Familie schon seit zwei oder drei Generationen nicht mehr zu einer Kirche gehört, könnte so fragen. Oder der muslimische Arbeitskollege oder Klassenkamerad. Oder ein Atheist aus dem Freundeskreis oder auch ein religiös Unentschlossener in der Familie. Also: wo anfangen; was ist das Wichtigste? Wie gesagt stellt Paulus den gekreuzigten Jesus Christus ins Zentrum des Glaubens. Nicht die Krippe, nicht die Auferstehung, nicht die Schöpfung, nicht die 10 Gebote, - und auch kein leeres Kreuz als christliches Symbol; nein: den leidenden, gekreuzigten Christus stellt er in die Mitte. Er, so schreibt Paulus, war und ist die Mitte seiner Predigt und seiner Worte. Einfacher konnte und wollte er es sich nicht machen. Für manche in Korinth war der gekreuzigte Jesus Christus eine Dummheit, für andere ärgerlich. Griechen und Juden konnten da nur den Kopf schütteln über diesen leidenden Gott am Holz der Schande, dem Kreuz.

Werfen wir einen Blick in die christliche Gemeinde von Korinth, an die der Brief gerichtet ist. Paulus gründet sie ungefähr im Jahr 50 n. Chr. und dient in ihr für 1 ½ Jahre. Dann reist er weiter. Unsere Verse aus dem Korintherbrief schreibt er etwa fünf Jahre später aus Ephesus. Die Gemeinde hatte sich kräftig entwickelt. Korinth war eine Großstadt mit Menschen unterschiedlichster Herkunft und Religion. Viele Menschen waren zur Gemeinde gekommen und hatten sich taufen lassen. Aber es gab immer mehr Spannungen in der Gemeinde. Die Gründe für die Spannungen waren zum Teil solche, wie wir sie auch heute aus unseren Großstädten kennen. Da gibt es soziale Spannungen. Da gibt es Reiche, eine Mittelschicht und Arme in der Gemeinde. In Korinth droht der Zusammenhalt der verschiedenen sozialen Schichten unter den Christen verloren zu gehen. Dann gab es damals in Korinth auch dies: da gehen manche lieber zur Pfarrerin X, weil sie so anspruchsvolle, intellektuelle Predigten hält. Andere gehen wegen der aktuellen, politischen Predigten lieber zum Pfaffrer Y. Und die meditativ-musikalischen Gottesdienste in der Z-Kirche finden ihr eigenes Publikum. Wieder andere engagieren sich in der Diakonie, aber bleiben den Gottesdiensten fern. Personen, Richtungen, Frömmigkeitsstile – eine Großstadtgemeinde differenziert sich aus. Damals wie heute. Selbst in unseren Dörfern ist das inzwischen so. Aber eigentlich gehören sie als Christenmenschen zusammen. Nur: was hält sie zusammen, die Gemeindeglieder, die Kirchengemeinden, die christlichen Konfessionen? Sind es besondere Persönlichkeiten, Prediger, Pfarrer*innen, Prädikant*innen, Aktionen? Was ist wirklich echt, wo ist das Wichtigste; und was ist nur aufgesetzt oder nur oberflächlich? – Paulus hat den Eindruck, dass es inzwischen viel Äußerlichkeit, viel Aufgesetztes in der Gemeinde gibt. Er erinnert die Korinther daran wie er selber aufgetreten ist, damals als er die Gemeinde gründete. „Als schwacher Mensch trat ich vor euch und zitterte innerlich vor Angst. Meine Rede und meine Verkündigung sollten euch nicht durch ihre Weisheit überreden. Vielmehr sollte in ihnen Gottes Geist und Kraft zur Geltung kommen. Denn euer Glaube sollte nicht aus menschlicher Weisheit kommen, sondern aus der Kraft Gottes.“ Aber Paulus war es damals gleichgültig und es ist ihm fünf Jahre später immer noch egal wie er auf andere wirkt. Nicht er, nicht seine Weisheit soll im Vordergrund stehen, sondern allein das Evangelium, dass bei euch wirkt, schreibt er. Gewirkt hat die Kraft Gottes. Gewirkt hat durch die Schwäche des Paulus hindurch Jesus Christus, der Gekreuzigte. Und davon will Paulus predigen, davon wie Gott wirkt. Er stellt dem Wirken Gottes das Wirken der Herrschenden gegenüber. Und er stellt der Weisheit der Welt die Weisheit Gottes entgegen. Und dies sind wirkliche Gegensätze. Er stellt fest: Gottes Weisheit kümmert sich um Leidende, Schwache, Arme und Sterbende. Die Weisheit der Welt aber kann man an den Herrschenden ablesen: sie üben Gewalt aus, und sie sind doch selber vergänglich. Aber das Geheimnis und die Tiefe der Weisheit Gottes kannst du sehen, hören und spüren; so wie es schon bei Jesaja heißt: „Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.“ (Jes 64,4).

Paulus hat das in seiner Missionsarbeit in Korinth erlebt. Gottes Kraft war in der Schwachheit, in der Paulus auftrat, stark und mächtig. Wenn ein Schwacher sich aufrichten, ein Elender aufatmen, ein Leidender lächeln kann, dann sieht, hört und spürt man diese Weisheit Gottes in Jesus Christus, dem Gekreuzigten. „Denn ich hatte beschlossen, bei euch nur über eines zu reden: Ich verkünde euch Jesus Christus, der am Kreuz gestorben ist.“ Mit Luthers Worten: „Wir fassen keinen andern Gott als den, der in jenem Menschen ist, der vom Himmel kam. Ich fange bei der Krippe an.“ Und da sind die beiden ganz nah beeinander, Luther und Paulus, in ihren Worten. Das Kind in der Krippe, das da elend, nackt und bloß liegt, wie es im Weihnachtslied heißt, und der Gekreuzigte zeigen die Weisheit Gottes. Was ist das Wichtigste am christlichen Glauben? Das Kreuz oder die Krippe? Die 10 Gebote, die Schöpfung oder die Auferstehung? Wie immer wir unsere Schwerpunkte im Glauben setzen, was immer uns als das Wichtigste erscheint, alles wird Jesus Christus, den Gekreuzigten widerspiegeln. Amen

Lied: Wachet auf, ruft uns die Stimme (EG 147,3)

Fürbittengebet / Vaterunser

„In dir ist Freude in allem Leide“ – darauf vertrauen wir. Dein Wort sagt es uns zu. Und wir entdecken Spuren deiner Güte, Gott. Für die Menschen danken wir, die unser Leben hell machen: Freunde, die uns verstehen und Vertraute, die uns begleiten. Für sie und uns bitten wir dich, dass du uns füreinander erhältst und unsere Freude bewahrst. Über Menschen freuen wir uns, die ein Hoffnungsschimmer sind für andere durch ihr Lachen, durch ihr Reden, auch durch ihr stilles Mittragen oder ihren mutigen Einsatz. Für die Menschen bitten wir, die aufeinander angewiesen sind als Frau und Mann in der Ehe, als Kinder, Eltern und Großeltern, als Nachbarn, als Kollegen im Beruf oder Klassenkameraden in der Schule, als Gesunde und Kranke, trostlos oder voll Hoffnung: dass die Freude nicht versiegt auf ihrem Weg miteinander. Du bist unsere Freude, auch noch an schweren Tagen. Du gehst mit uns und bist unsere Hoffnung. „Durch dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist“. – Vater unser im Himmel, ... Amen

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich; er lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; er erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen + + +

Bleiben Sie behütet und gesund!

Es grüßt Sie herzlich, Ihre Diakonin/Prädikantin Sabine Klatt

 

 

 

 

Posaunenchor sucht musikalische Leitung

Der Posaunenchor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Fronhausen sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine neue musikalische Leitung!

In unserer etwa 30 Personen zählenden Bläserrunde, sind wir generationsübergreifend im Alter zwischen 13 und 82 Jahren aktiv. Neben der klassischen Posaunenchorliteratur sind wir auch offen für weitere Musikstile und freuen uns auch immer wieder, neue Ideen und musikalische Herausforderungen kennenzulernen. Regelmäßig im Verlauf des Kirchenjahres gestalten wir eigene Bläsergottesdienste zu unterschiedlichen Themen. Daneben versuchen wir im Jahresverlauf auch mindestens eine Konzertveranstaltung mit wechselnder Gestaltungsart umzusetzen. Die Jungbläserausbildung wird von einem engagierten Bläser begleitet.

Unser wöchentlicher Probentag fand bisher montags im Gemeindehaus statt.

Pandemiebedingt ist aktuell unsere Chortätigkeit sehr stark eingeschränkt und kaum möglich.

Wir freuen uns über Kontaktaufnahme unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!!

 

WALK&TALK: Spazierengehen mit Ihrer Pfarrerin

Immer mittwochs (außerhalb der Ferienzeiten) gibt es einen gemeinsamen Spaziergang mit Pfarrerin Anna Scholz in unseren Gemeinden Fronhausen und Hassenhausen. Wir ziehen uns wetterfest an und gehen zusammen zu Ihren Lieblingsorten und reden über Gott und die Welt, oder was Sie beschäftigt und bewegt. Die genauen Orte und Zeiten entnehmen sie bitte  dem Wochenblatt oder fragen bei Frau Scholz nach.

Melden Sie sich gern telefonisch unter 064218408113 oder per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an! Ich freue mich, Sie und die Gemeinde auf diese Weise besser kennenzulernen!

Von November bis zum Frühjahr pausieren die Walk und Talk Spaziergänge. Sie können für persönliche Besuche die Pfarrerin Frau Scholz direkt kontaktieren (s. Pfarramt).


 

Küsterstelle neu zu besetzen

In unserer Kirchengemeinde ist die Küsterstelle ab sofort neu zu besetzen.

Die Küsterstelle hat einen Umfang von 4 Wochenstunden und wird im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung tariflich vergütet.

Die Küster-Aufgaben umfassen insbesondere die Vor- und Nachbereitung der Kirche für die sonntäglichen Gottesdienst, von Trau- und Trauergottesdiensten sowie die regelmäßige Innenreinigung der Kirche. Hinzu kommen gelegentliche besondere Veranstaltungen, wie Konzerte, die in der Kirche stattfinden und die Abrechnung der Kollekten.

Die Vertretung für Urlaub und Krankheitstage ist gewährleistet.

Interessent*innen wenden sich bitte an Pfarrerin Scholz, Tel.: 06421/8408113 oder an Helmut Giebeler, Tel., 0151/41623962.

Der Kirchenvorstand

 

 

 

Offene Kirche

Unsere Kirche ist von Ostern bis Oktober täglich von etwa 10-18 Uhr geöffnet. An den 4 Adventssonntagen wird die Kirche äußer der Reihe ebenfalls von 10 - ca. 16 Uhr geöffnet. Seien Sie herzlich willkommen in unserem Kirchenraum! Besuchende finden dort vielleicht Ruhe und Entspannung, einen wohltuenden Abstand zum Alltag. Sie können dort auch unseren Kirchenführer erwerben. Herzlich Willkommen!