Andacht 16. So. n. Trinitatis, 24.09.2023, von Pfarrer Alexander Donges

Liebe Leserinnen und Leser,

die Kirche ist ein Ort für alle, die unterwegs sind gleich ob zu Fuß oder auf dem Fahrrad, die Menschen dazu einlädt anzukommen, Kraft zu sammeln und Gottes Gegenwart zu spüren.

Schriftlesung Apostelgeschichte 15 in Auszügen

Nach einigen Tagen sprach Paulus zu Barnabas: Lass uns wieder aufbrechen und nach unsern Brüdern sehen in allen Städten, in denen wir das Wort des Herrn verkündigt haben, wie es um sie steht. 

Barnabas aber wollte, dass sie auch Johannes mit dem Beinamen Markus mitnähmen. 

Paulus aber hielt es nicht für richtig, jemanden mitzunehmen, der sie in Pamphylien verlassen hatte und nicht mit ihnen ans Werk gegangen war. 

Und sie kamen scharf aneinander, sodass sie sich trennten. Barnabas nahm Markus mit sich und fuhr nach Zypern. 

Paulus aber wählte Silas und zog fort, von den Brüdern der Gnade Gottes befohlen. 

Er zog aber durch Syrien und Zilizien und stärkte die Gemeinden.

Lied: EG+ 152 „Weise uns den Weg (Gott geh mit)“

Impuls

13.000 Kilometer. Mit dem Fahrrad von Berlin nach Shanghai. So heißt eine dreiteilige Dokumentation über 2 sympathische Brüder auf dem Trip ihres Lebens. Eine Reise weg von zu Hause, zu sich selbst und wieder zueinander.

Die eineiigen Zwillinge Paul und Hansen Hoepner aus Singen am Bodensee haben sich nach dem Abitur auseinandergelebt. Getrennte Wege, getrennte Freundeskreise - nur die Leidenschaft fürs Radfahren, die teilen sie immer noch. Kurz vor ihrem 30. Geburtstag leben beide in Berlin und beschließen, auf einer gemeinsamen Reise wieder zueinander zu finden. Ihr Reiseziel Shanghai, an der Ostküste Chinas.

Weit genug von Berlin entfernt, um all das nachzuholen, was sie in den Jahren zuvor versäumt haben. Ausgerüstet mit zwei klapprigen Drahteseln, einem Zelt, Isomatte, Kompass und ihren Smartphones im Gepäck radeln sie los, immer in Richtung Osten. Ihre Erlebnisse und Gefühle halten die beiden Abenteurer in Videotagebüchern fest. Unmittelbar, unverfälscht und authentisch.

Von Berlin nach Shanghai sind es nicht nur viele Kilometer.

Es ist vor allem viel Zeit, die sie mit sich selbst aber auch miteinander verbringen. Gemeinsame Zeit. Zeit zum Nachdenken. Zeit, um innere Ruhe zu finden und Zeit wieder zueinander zu finden.

Ihr Tagesablauf besteht einfach gesagt aus 3 Dingen: Fahrrad fahren, essen, schlafen. Tag ein, Tag aus. Ihre Tour ist nicht nur abenteuerlich, sondern vor allem gefährlich. Von Deutschland aus geht es über Polen weiter nach Russland, Kirgisistan über den Aralsee, vorbei an Tibet und dem Himalaya Gebirge in China bis nach Shanghai. Immer von Checkpoint zu Checkpoint. Von der einen Staatsgrenze zur nächsten.

Was ich hier in wenigen Worten aufgezählt habe, dauert Wochen und Monate. Die beiden Brüder durchstreifen Wälder, besiegen jeglichen Bergrücken, der sich ihnen in den Weg stellt, sie trotzen selbstbewusst Trockenheit ebenso wie Wind und Schnee, überstehen oder besser gesagt überleben das meist exotische oder spartanische Essen, übernachten in Schlafsäcken, die sie am Wegesrand ausbreiten oder schlafen unter vereinzelt stehenden Bäumen in der Steppe. Alles, was sich ihnen auf ihrer Reise in den Weg stellt, gehen die beiden gemeinsam an. Sie wachsen an ihren Aufgaben und vor allem im miteinander und finden durch ihre Reise tatsächlich wieder mehr zueinander.

Unterwegs sein, das kennen die Menschen in der Bibel nur zu gut. Den Rekord hält sicherlich Paulus mit seinen Missionsreisen. Natürlich nicht mit dem Fahrrad. 16.000 km zu Fuß und mit dem Schiff legt er auf seinen Reisen zurück. Beeindruckend ist es allemal. Und auch er ist nicht allein unterwegs, wie es schon unsere Schriftlesung aus einer seiner Missionsreisen zeigt.

Paulus ist mit einem klaren Ziel unterwegs. Den Menschen vor Ort die frohe Botschaft zu erzählen. Er zieht von Stadt zu Stadt, von Synagoge zu Synagoge, um zu berichten und den Menschen Hoffnung zu schenken. Für ihn ist die Reise ebenso ein Abenteuer, auf der Gefahren auf ihn warten. Paulus ist mit Gott in Bewegung. Er ist unterwegs zu so vielen Leuten, die ihn teils herzlich empfangen und die ihm teils kritisch gegenüberstehen. Paulus hilft auf seinen Reisen nicht nur seine Reisegefährten, sondern vor allem sein Gottvertrauen, sein Glaube. Seine Wege sind nicht immer eben und die Hindernisse nicht immer leicht zu überspringen, doch Paulus lässt sich davon nicht aufhalten.

Auch die Trennung von seinem Weggefährten Barnabas hält Paulus nicht auf seinen Weg zu gehen. Die beiden trennen sich im Streit voneinander und finden nicht wieder zusammen. Aber Paulus entdeckt Neues auf seinen Reisen, gewinnt Anhängerinnen und Anhänger für seine Sache. Paulus ist mutig, ebenso wie wohl ein Stück wahnsinnig, diese Strapazen auf sich zu nehmen. Aber seine Reisen sind erfolgreich und seine Besuche tragen Frucht.

Das „Unterwegs Sein“ ist etwas, was uns Menschen nicht nur vertraut ist, sondern uns auch fasziniert. Es ist eine Mischung aus Abenteuerlust und Neugierde, die uns antreibt. Wir erkunden Wege, auf denen vor uns schon viele gefahren sind aber auch unerforschte Gebiete und wir besichtigen Orte und Kirchen und tauchen in deren Geschichte ein. Wir erleben allein, vielleicht aber auch zu zweit oder in einer Gruppe die Freiheit und Unabhängigkeit auf Reisen.

Auf solchen Reisen passieren häufig Dinge nebenbei, ungeplantes, was einem in dem Sinn kommt, womit man nicht gerechnet hat. Meistens Dinge, die erfreulich sind, sei es die schöne Landschaft, die sich plötzlich vor einem eröffnet, Menschen, die einem freundlich zuwinken oder zulächeln oder auch am Wegesrand eine schöne Kirche zu entdecken; ein wenig Ruhe und Entschleunigung zu finden, einen kühlen Ort im Sommer, einen besinnlichen Augenblick zu genießen und ermutigt weiter zu ziehen.

Und wir können uns sicher sein, Gott geht auf diesen Wegen mit. Bei den Hoepner-Brüder, bei Paulus, aber auch bei uns.

Amen

Fürbitten

Lasst uns füreinander und miteinander beten. Nach jeder Bitte, sprechen wir gemeinsam: Gott, erhöre uns!

Gott, wir danken dir, dass du uns den Glauben schenkst, dass du uns darin im Gleichgewicht hältst. Wir bitten dich, stärke uns in dem Glauben an dich.

Gemeinsam rufen wir: Gott, erhöre uns!

Gott, wir danken dir dafür, dass du uns im Glauben so annimmst wie wir sind. Wir bitten dich, schenke uns Geduld und Einsicht, um einander anzunehmen und zueinander zu finden.

Gemeinsam rufen wir: Gott, erhöre uns!

Gott, wir danken dir, dass du uns nicht allein lässt. Wir bitten dich, sei bei uns auf all unseren Wegen und behüte uns.

Gemeinsam rufen wir: Gott, erhöre uns!

Gott, du schenkst uns jeden Tag wieder das Leben, Gesundheit, genug zum Leben und Menschen, die uns begleiten. Wir bitten dich, lass uns dankbar sein für das, was du uns schenkst.

Gemeinsam rufen wir: Gott, erhöre uns!

Gott, wir bitten dich, sei uns nahe, stärke diejenigen, die schwach sind, sei besonders bei denjenigen, die allein sind und erhöre diejenigen, die sich laut oder leise an dich wenden.

Gemeinsam rufen wir: Gott, erhöre uns!

Segen

Es segne und behüte euch der barmherzige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

Es grüßt herzlichst, Ihr / Euer

Pfarrer Alexander Donges

 

 

 

 

 Am letzten Mittwoch im Monat, jeweils von 15 Uhr bis 16.30 Uhr, ist Zeit für einen gemütlichen Nachmittag im Erzählcafé der Kirchengemeinde. Eingeladen sind alle, die sich bei Kaffee und Kuchen mit anderen Menschen treffen wollen, unabhängig vom Alter oder Konfession. Wir singen zusammen, hören auf interessante Vorträge mit Themen aus unterschiedlichen Bereichen und auch die persönliche Unterhaltung miteinander kommt nicht zu kurz.

Die nächsten Erzählcafé-Termine sind:

27. September um 15 Uhr: Pfr. Donges - Michaelis mit Abendmahlsfeier

25. Oktober um 15 Uhr: Reformation

29. November um 15 Uhr: Geschichten und Adventslieder

 

 

Glaube am Stammtisch - Gott kommt in die Kneipe

Wir treffen uns einmal im Monat am letzten Donnerstag eines Monats bei Mertes Ernst in der Wirtschaft "Zum Adler" - Gladenbacherstr. 7 in Fronhausen/Lahn und diskutieren lebhaft über verschiedene Glaubensfragen. Jeder darf kommen, egal welcher Glaubensrichtung  man angehört.

Der nächste Termin ist Donnerstag, der 5. 10. 2023 um 18 Uhr.

 

 

 

 

Offene Kirche

Unsere Kirche ist von Ostern bis Oktober täglich von etwa 10-18 Uhr geöffnet. Seien Sie herzlich willkommen in unserem Kirchenraum! Besuchende finden dort vielleicht Ruhe und Entspannung, einen wohltuenden Abstand zum Alltag. Sie können dort auch unseren Kirchenführer erwerben. Herzlich Willkommen!